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Dorothea von Staden
Aus meinen Erinnerungen an Thailand

Farangs in Siam

neu bearbeitet: FEB 2020

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Bangkok   -   Anmerkungen
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Seit 1858 wurden die Deutschen durch das "Hanseatische Konsulat" vertreten, dessen erster Konsul in Bangkok der Hamburger Thies war. Damals ließen sich auch die ersten deutschen Firmen dort nieder: Markwald & Co., Bremen, und Pickenpack, Thiess & Co., Hamburg. Dieses Konsulat wurde 1862 vom "Preußischen Konsulat" abgelöst, dessen erster Konsul Robert H. Schomburgk war. 1871 kam dann das "Konsulat des Deutschen Reiches". Ich weiß nicht genau, ob Dr. Stannius dessen erster Konsul war. Das erste Hotel zu meiner Zeit war das "Oriental Hotel", das der Deutsche Salje führte. - Auch die Apotheke "Siam Dispensary" gehörte einem Deutschen, der Grimm hieß. Der bekannteste Arzt war freilich kein Deutscher, sondern ein Däne, der Dr. Deutzer hieß. Der bekannteste der späteren deutschen Ärzte in Bangkok ist wohl Dr. Otto Schwendt gewesen, der auch Leibarzt des Königs war und großes Vertrauen genoß.

Ich weiß nicht, ob es richtig ist, aber ich habe den Eindruck, daß Siam, auch für Europäer ein gesundes Land und Bangkok eine gesunde Stadt ist. Mein Vater sowohl wie meine zarte Mutter sind dort nie ernstlich krank gewesen. Auch von unseren Freunden weiß ich nichts von schweren Krankheiten. Ich selber galt auch als ein zartes Kind, war aber dort nie ernstlich krank, während mich in der Heimat manche Krankheit geplagt hat. Die Cholera war allerdings nicht unbekannt in Siam. Ich erinnere mich an eine Choleraepidemie und höre, wenn ich an diese Zeit denke, noch eine große Prozession der Mohamedaner wie sie, durch die Stadt ziehend, eintönig ihre Gebete sangen. - Mein Vater war in der Zeit besonders beschäftigt, dieses und jenes zur Abwehr der Seuche zu tun und zu raten. Die Cholera hatte in der deutschen Kolonie kein einziges Opfer gefordert mit Ausnahme von einigen Besatzungsleuten der dort ankernden Schiffe. - Auch unsere Dienerschaft aller Rassen war mit ihren Familien gesund geblieben. - Mein Vater erhielt, als die Cholera erloschen war, ein Dankschreiben des Königs und eine künstlerisch ausgeführte Medaille mit siamesischer Inschrift und einer halbliegenden Gestalt mit einer Krone und in Haltung und Kleidung wie die siamesischen Schauspieler. Merkwürdigerweise hält die Gestalt in der linken Hand ein Schwert und in der rechten einen Kranz und eine Schlange meine ich auch zu erkennen. Ich habe die Gestalt für eine Art Drachentöter, für einen siamesischen St. Georg gehalten. Oder ist es vielleicht die mythische Gestalt des Hanuman?

Eine recht bedeutende Druckerei, die auch Siamesisches druckte, gehörte der Amerikanischen presbyterianischen Mission, die sich schon 1840 in Siam niedergelassen hatte. Eine Römisch katholische, ich glaube eine französische, existierte seit 1862. Es gab auch mehrere Kirchen, leider keine deutsche, wir pflegten die englische zu besuchen.

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